Arbeitstitel „Verflucht“ oder im Zweifel für den Zweifel

Es ist 3 Uhr Nachts, ich bin allein hier 3 Uhr Nachts.

Nein bin ich nicht, denn Paula ist bei mir und schaut genauso zweifelnd wie ich. Woran? – ich weiß es gerade gar nicht so genau, im Zweifelsfall an mir, warum ich mitten in der Nacht in der Küche stehe, kein Futter dabei habe oder eben insgesamt an meiner Person…und zack, schon sind wir beim Thema!

Kennt jemand da draußen auch solche Lebenszeiten, in denen man es sich selbst nie recht machen kann? Man tut und macht, doch irgendwie läufts nicht so….

Der Grund ist vielleicht ahnbar, doch nicht wirklich fassbar, in jedem Fall hat es was mit einem selbst zu tun, mit dem eigenen Anspruchsverhalten, ich möchte jetzt auf das mitunter spezielle Anspruchsverhalten einiger meiner Mitmenschen nicht weiter eingehen… Im Grunde geht es hier um den Fluch und den Segen einer Selbstoptimierung ohne Wenn und Aber und Gnade…diesen Fallstrick serviert mir mein Leben immer mal wieder. Momente, in denen ich einfach alles besser machen will, früher aufstehen, ab sofort nur noch gesund vegan-wasweißich-vegetarisch essen, nur positiv denken, besonders organisiert sein und einfach alles, aber auch alles richtig machen. Da bin ich recht absolut, ich will immer gleich alles ändern, für so halbe Sachen bin ich irgendwie nicht geschaffen, sind mir nicht Optimierung genug! Und damit beginnt das Dilemma, denn zuviel vornehmen, schafft meistens nur Frust…

Und so kam es auch bei mir, als ich in den letzte Wochen das Gefühl hatte, es war einmal mehr wieder Zeit für eine Verbesserung meiner Selbst – 3 Pfeiler meiner Challenge-Yourself waren meine Einstellung zum Essen, zu Alltagsroutinen und zur (Selbst-)Kreativität.

3 große Themen, die ich mir da auf den Plan gepackt habe – doch geglaubt machbar, ohne größeren Aufwand zu einer geglaubten besseren Version meiner Selbst zu werden, denn …

Die Tür zur Erfahrung lässt sich nur von innen öffnen!


Aber der Reihe nach:

Meine Einstellung zum Essen:

Grundsätzlich habe ich eine gute Einstellung zum Essen, ich esse gern, versuche, weil es mir gut tut auf die schlechten Kohlenhydrate zu verzichten und lege Wert auf grüne Abwechslung…So weit, so gut! Doch auch hier empfinde ich so schön im Jahresryhtmus immer wieder das zwingende Bedürfnis meine Essgewohnheiten zu optimieren, wie hängt immer ein bisschen davon ab, was gerade so der Geist der Zeit her gibt. Kurzum dieses Mal habe ich mich daran versucht, einen ausgesprochen vegetarischen Essensstil zu eigen zu machen. Also gesagt getan, nachdem ich einen Sonntag damit verbracht habe, bei einer wirklich wunderbaren Wanderung gefühlt Unmengen an verarbeiteter Wurst und Hack in mich reinzuschaufeln, jetzt ist der richtige Zeitpunkt!

Also um es kurz zu machen, meine rein vegetarische Phase war auch das, nämlich eine Phase – kurz und knackig gekommen, um nicht zu bleiben. Bereits nach 5 Tagen war ich zu schwach, um einem Rinderfilet widerstehen zu können und mir fiel beim besten Willen kein Grund ein, um mich davon zu überzeugen, dass das Leben ohne Fleisch ein guter Grund zu leben wäre. Nicht, dass ich Vegetarier zu sein, nicht gut finden würde, im Gegenteil ich bewundere sie für Ihre Willenskraft. Doch ich bin zu schwach, zu einem gut gemachten Stück Fleisch kann ich nicht Nein sagen – ich will es, doch es geht nicht, es tut mir leid!

Verzeihen konnte ich mir das aber schnell, die Schuldgefühle waren klein und schnell vergessen. Für mich ist Essen Lebensqualität und ich hab auch mal gelesen, dass Selbstfürsorge dazu beiträgt, glücklich zu sein 🙂 Und so ein Rindersteak ist für mich der geradeste Weg ins pure Fleischglück!

Meine Alltagsroutinen:

Eines Vorweg, ich mag Routinen, sie haben etwas beruhigendes für mich, etwas worüber ich mir keine Gedanken muss, denn es ist klar, was zu tun ist und es gibt eine festgelegte Verhaltensweise. Ich finde, Routinen machen das Leben einfacher, sie schaffen freie Zeit und machen den Kopf frei für andere Sachen. Ich bin ein großer Verfechter davon, nur hapert es immer ein klein wenig an der Umsetzung, mir Routinen anzueignen, ohne dass sie einen Kurzzeitcharakter haben…

Unter anderem habe ich mir dieses Mal auf die Fahne geschrieben, mir eine genau auf mich abgestimmte Morgenroutine anzueignen. Idealvorstellung war, morgens entspannt und gelassen aus dem Haus zu gehen! Und ich muß mir selbst sagen, Frau Schreiber hat das nicht so schlecht hingekriegt. Gut, ich gebe zu, dass immer zur gleichen Zeit aufstehen funktioniert noch nicht immer, auch bin ich durch die kleinsten Störungen völlig aus dem Konzept zu bringen, so dass ich den Morgen abhaken kann. Solche Ministörungen kann schon der falsche Käse auf´s Knäcke sein, aber grundsätzlich klappt´s! Und das beste ist, es macht wirklich entspannt, alles zur selben Zeit, in der selben Reihenfolge zu tun, mich zumindest, wie es bei meinen Mitbewohnern aussieht, hab ich noch nicht nachgefragt 🙂 Werde ich, vielleicht, vielleicht auch nicht aber ich hab ja auch schon mal gelesen, ein gewisses Maß an Egoismus gehört zu einem guten Leben dazu und im Zweifel für den Zweifel! Ende der Gedankenkarussells, Basta!

Meine Kreativität

Ich frage mich ja immer, wie ein einzelner Mensch immer und stets kreativ sein kann und wollte auch mitmachen – doch ich gebe zu, es ist eine der größten Herausforderungen, immer UptoDate, einfallsreich, voller sprudelnder Ideen zu sein…ob in der Buchhandlung, bei FB oder Insta oder im normalen Leben, immer heißt es Höher-Schneller-Weiter (nicht Weidner, obwohl 🙂 Und das heißt, immer wieder neue Einfälle und diese auch brav visuell, orthografisch und emotional ansprechend darzustellen. Ich weiß nicht, ich bin nicht in der Lage, mir stets neue, tolle Stories, Posts oder Präsentationen online wir offline einfallen zu lassen, es krieg das einfach nicht hin, ohne dass mich das Gefühl beschleicht, immer das selbe zu tun, die selben Posen, Worte, Darstellungen zu verwenden. Und ganz ehrlich, das frustriert mich, je älter ich werde, um so mehr. Ich bin gerne präsent, wenn ich weiß, was ich tu und ein gutes Gefühl dabei habe, bin ich gern eine Rampensau…Doch immer mehr fang ich an zu hinterfragen – Sinn/Unsinn/Blödsinn – manchmal kann ich mich einfach nicht entscheiden.

Ich kenne einige Menschen in meinem Leben, denen das einfach nicht nur ganz wunderbar gelingt, sondern auch den Eindruck vermittelt, es ist das einfachste der Welt – Hut ab! Mir leider nicht und deswegen war das eines meiner Pfeiler meiner Selbstoptimierungs/Ichbintoll/Yourself/Machdichfrei/2021-Challenge. Aber dieses Mal suchte ich eine andere Herangehensweise an die Sache, nicht, wie noch im Dezember 2020, dass ich mir jeden Tag eine neue Story und einmal die Woche einen neuen Post einfallen lasse. Denn dass hat mich eigentlich schon im Dezember gestresst, obwohl es mir wirklich viel Freude gemacht hat, dass möchte ich noch einmal ganz fett unterstreichen. Nein, ich brauchte eine Erklärung, eine Herangehensweise für mehr Kreativität quasi. Und sicher ist sicherlich, dass sich selbst stressen garantiert kein Weg zu mehr Kreativität ist…das kann nicht funktionieren!

Also habe ich es gemacht, wie man es eben heute so macht, ich habe eine Frage und diese stelle ich Dr.Google und freue mich, wenn ich eine zufriedenstellende Antwort bekomme…Ergebnis meiner Recherche waren 3 Suchergebnisse, die mich beeindruckt haben:

1. Selbstoptimierung: Worum es darum wirklich geht

2. Kolumne: Warum haben Männer eigentlich keine Selbstzweifel?

3. Songtext von Yvonne Catterfeld: Guten Morgen Freiheit

Was haben alle 3 gemeinsam? – Die Gelassenheit!

  1. Lieblingsstelle des Beitrages: „Du bist immer am besten, wenn´s dir eigentlich egal ist.“
  2. Lieblingsstelle der Kolumne: „Männer können eher in Einsamkeit leben und ungeliebt, als ohne Anerkennung“
  3. Lieblingsstelle des Lieds: „Und neulich habe ich umgeräumt, alles nochmal in Schutt und Asche gelegt, manche Kratzer kriegt man nie mehr raus, tut mir leid, dass kann passieren, wenn man lebt“

Warum sind das meine Lieblingsstellen? – Darum!

  1. Wir sind erfolgreicher, kreativer und leistungsfähiger, je glücklicher und entspannter wir sind -Wann sind wir das am meisten, wenn wir aus einem für uns perfekten Urlaub kommen oder wenn wir ein für uns fest eingebildeten Ziel eisern und schnurstracks mit größter Disziplin und Zeitaufwand folgen…Wie ist die Antwort? Wann bin ich in meinem Denken und Handeln so frei, dass ich es als Freude empfinde, mich weiterzuentwickeln? Gelingt es mir, darauf Lust zu haben, wenn ich Zwang, Anstrengung und Disziplin haben muss? Finde die Antwort!
  2. Frauen empfinden Erfolg, zumindest in meiner Generation, als etwas, was sie nicht selbst geschaffen haben, sondern eine höhere Kraft, ein einäugiger Tiger, ein himmlisches Wesen oder eben ein Mann (Sarkasmus ausgeschlossen :-)) dafür verantwortlich ist – Männern stellt sich scheinbar gar nicht die Frage, wenn etwas schief geht, ob sie schuld sind – es sind immer die anderen, Frauen denken erst einmal, sie waren es selbst…Finde den Fehler!
  3. Ich zitiere wieder: „…all die halbvollen, halbleeren Gläser ausgekippt, … meine Krone geputzt und wieder gerade gerückt, Zweifel in den Schrank gesperrt, die Hoffnung wieder fest zusammen-geschraubt…Guten Morgen Freiheit, fühl dich einfach wie Zuhaus“…Finde den Sinn!

Was ich damit sagen will? – Meine Antwort!

Was ich in den letzten Wochen gelernt habe, ja wirklich gelernt habe…man darf viel wollen, doch sollte man sich immer im Klaren sein, was man kann, will, möchte und darf 🙂 Alles will beachtet sein, nichts vergessen…doch zum Schluss nützt uns das alles nicht, wenn wir unser Leben damit schwerer machen, als es einfach sein muss! Jede Challenge, jede Begegnung, jedes Herausfordern von wem und was auch immer bringt uns weiter, also sollten wir es als Chance sehen und unsere Version bzw. Idee daraus finden. Und egal, wie gut es vielleicht tut, vielleicht es auch weh tut, vielleicht auch das Ende oder Anfang von irgendwas ist und vielleicht auch alles verändert…Vielleicht ist immer noch keine Antwort!

Ja, ich übe noch und ich werde es immer wieder tun…und eins habe ich in den letzten Wochen auch gelernt – Verzeihen sollte man sich können, die kleinen und großen Fehler und einfach immer wieder neu beginnen…

Danke für´s Zuhören – es war mir eine Freude ❤

Quellen:

https://www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/selbstoptimierung–sinnvoll-oder-ueberfluessig-11703716.html

https://www.brigitte.de/barbara/leben/kolumne–warum-haben-maenner-eigentlich-keine-selbstzweifel–11615222.html

https://www.songtexte.com/songtext/yvonne-catterfeld/guten-morgen-freiheit-g13f7bd25.html





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