Perspektivwechsel: Eigentlich wollte ich in den Orient reisen – jetzt mach ich noch ne Ausbildung

Mit eigentlich fängt ja immer eine Lüge an, hab ich gehört…also, naja – eigentlich wollte ich nächste Woche zu einer BestofMarokkoReise starten, eigentlich mit Yogalife, Ayurvedaküche, Wüstenerlebnissen und sonnigen Ozeantagen – und das wird ja nun nichts werden, abgesagt…

Vielleicht deswegen oder überhaupt begleitet mich seit einigen Tagen das Gefühl eines diffusen Unbehagens. Vor allem wegen der Geschehnisse auf dieser Welt…ich bin dünnhäutiger geworden, was Nachrichten angeht – fest steht, kein Mensch soll Angst haben, dort zu sein, wo er sich gerade befindet. Egal aus welchen Gründen…Frieden ist immer die richtige Antwort! Nichtsdestotrotz machen mir auch die alltäglichen Auswirkungen mehr und mehr Sorgen, wenn ich nur an einer Tankstelle vorbeifahre und die Preise sehe, wird mir flau im Magen – ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das weitergehen soll.

Als Corona begann habe ich gedacht, dass ich mir nie in meinem Leben hätte vorstellen können, dass mein Laden schließen muss, ich nur noch, wenn überhaupt, online unterrichten kann und einfach alles anders wird/ist/war. Seitdem nun der Krieg begonnen hat, begann ich zu ahnen, dass ich mich in einer Art Zeitschleife befinde, die immer wieder Geschehnisse aneinander reiht, die unser aller Leben grundlegend beeinflussen und verändern. Dazu habe ich vor Kurzem etwas gelesen: Hätten wir mal von 2019 ein Backup gemacht…treffender kann ich es auch nicht ausdrücken!

Zurück zu meinem abgesagten Trip in fremde Welten…der eine oder andere mag jetzt denken, ach komm schon, es ist nur eine Reise, die machste dann vielleicht später – und genau dieses vielleicht macht mich ein klein wenig wahnsinnig, das ist mir einfach zu unverbindlich! Dieses Land zu sehen stand nämlich schon sehr lange auf meinem Plan und als ich mich endlich Oktober letzten Jahres traute, auf den Buchungsbutton zu drücken, war da eine Euphorie in mir, die ich seit langem nicht mehr gespürt habe. Dieses Gefühl verließ mich bis zu dem Tag der Absage nicht, ich plante, sparte, wünschte mir nützliche Zeugs zu Weihnachten und stellte mir mich im sonnigen Marokko vor mit verheißungsvollen Abenteuern, von denen ich später allen erzählen werde, egal ob diejenigen es  hören wollen oder nicht 🙂

Fakt war, es machte sich ein Gefühl der Leere in mir breit, als ich von der Absage erfuhr, welche ich gezielt mit ein paar schönen gepflegten Frustkäufen hätte füllen können – zumal  ich gerade in einem Kaufhaus auf Rügen stand und umgegeben von dafür geeigneten Dingen war – Klamotten, Schuhe, Taschen, diverser SchnickSchnack. Doch ich widerstand und habe mich NUR am Kartenständer ausgetobt und stapelweise Postkarten mit (un)sinnigen Sprüchen erworben – einer meiner Lieblinge ist die nebenstehende… Soviel zum Thema Selbstbeherrschung – wenn ich wollen würde, würde ich wollen 🙂 Zumindest ändern solche Eskapaden eigentlich ja auch am ursprünglichen Dilemma nicht – daher ja auch eigentlich sinnlos…

Wie auch immer, es machte mir die Kraft eines Vorhabens, eines Zieles wieder einmal deutlich.

Nicht, weil ich jetzt partout nicht mehr wüsste, wofür es sich zu leben lohnt oder ich an quälender Langeweile leiden könnte, das ist nicht mein Problem…nein, die Leichtigkeit Entscheidungen zu treffen fehlt mir, weil ich das ja vorhatte und mein Tun auch danach ausgerichtet habe. Fragte man mich, kannst du am 18.3.2022, war meine Antwort NEIN! und sofort sah ich mich vor meinem inneren Auge im herabschauenden Hund unter marokkanischer Sonnen auf weißem Sand. Schon allein der Gedanke daran machte mir diese Entscheidungen federleicht, weil ja mein absolutes Ziel klar war, ohne nachzudenken hab ich unbewusst abgewogen, verglichen, bewertet und dann nein gesagt.

Warum ist das nun so? Entscheidungen, die wir ohne groß nachzudenken treffen, fallen uns nicht schwer, sie passieren quasi so nebenbei. Also unbewusst und das aus dem einfachen Grund, dass ich in diesem Moment genau weiß was ich will und was ich nicht will – ich habe meinen Plan und der beeinflusst meine Entscheidungen so ganz nebenbei. Gut zu wissen ist daher, dass so ca. 95 % unserer Entscheidungen komplett ohne unseren Kopf stattfinden, also aus dem Bauch raus. Nur 5% von dem, was wir entscheiden, sind Entscheidungen über die wir nachdenken, unseren Kopf anstrengen – also bewusst, das tun wir dann, wenn es etwas Neues, Unbekanntes für unser Gehirn ist, denn es hat ja schon in der Steinzeit gelernt uns zu beschützen – es leuchtet eine rote Lampe auf, die Gefahr signalisiert…Deswegen braucht man eben manchmal Bedenkzeit 😏

Jetzt hab ich’s ja schon gern, wenn alles genauso locker und flockig abläuft und ich eben nicht ständig Bedenkzeiten brauche, um etwas zu entscheiden. Das heißt für mich, mich mit dem was ist, wird und sein kann auseinanderzusetzen und damit meine ganz persönlichen Rahmenbedingungen für mein Handeln festlege, die meine Optionen, Varianten usw. in einen händelbares Ausmaß bringen. So entstehen schlussendlich Visionen, Ziele und Pläne…

Und da kommen wir gleich zu einer von den Entscheidungstheorie, die klassisch aber kurz und knackig besagt, dass der Mensch ein rationaler Entscheider ist, der die Entscheidungsalternative wählt, die am besten zu seinen Zielen passt. Der Mensch also stets aus rein rationalen Gründen entscheidet! Oha und woher kommt dann bitte der Spruch „Klug war´s nicht, aber geil!“??? Kennt hier jemand diese Abende, an denen man aus glückseliger Weinlust die verrücktesten Dinge tut… oder man statt dem Stückchen die ganze Tafel Schokolade isst, obwohl der Kopf schreit, lass es sein, deine Hüften… oder man denkt, das mach ich jetzt so, obwohl alles dagegen spricht, beispielsweise auf ´nem Drehstuhl die neuen Vorhänge im Wohnzimmer aufhängen…. In solchen Situationen hat doch der Kopf aber sowas von Sendepause, oder? Ach na guck an, der Mensch ist doch kein kalkulierter emotionsloser Brocken – Herz über Kopf, Gefühl über Verstand, Birne aus, System off.

Das heißt für mich, dass ich mit diesem Gefühl der Euphorie, das mich bis zur Absage meiner 1000-und-eine-Yogastunde-Reise begleitet hat, nicht nur die Reise an sich, sondern auch wunderbare glücklichmachende Emotionen damit verbunden habe – und als ob das noch nicht ausreichen würde, hatte ich perfekte Rahmenbedingungen, um unbewusst und ohne SchnickSchnack entsprechende Entscheidungen zu treffen, die mein Leben leicht gemacht haben. Das sind schlussendlich Visionen, Ziele und Pläne…

Das heißt auch, genau das will ich wieder und sofort!!!

  1. Status Quo

Reise abgesagt – enttäuscht – ziellos – unzufrieden – keine federleichten Entscheidungen

  1. Vision

Horizont erweitern – Neues Lernen – Komfortzone verlassen – federleichte Entscheidungen

  1. Plan

Ausbildung – Yogalife – Fasten mit Barbara Schein – ausgeklügelte PausenTerminPlanung

  1. Strategie

ab Oktober – jeden Abend mit Hugo, derzeit der herabschauende Hund – läuft gerade – übe noch

S

chon der Bergdoktor sagte “ Es gib keine Probleme, nur Lösungen“ – also aufgewacht, nachgedacht und mitgemacht! Besser starten als warten!

Und um es mit einem Abschlussfoto zu sagen:

Einen perspektivischen sonnigen Freitag wünscht euch Madl ☀

PS: Weitere Info folgen, deswegen gibt es ja diesen Blog!

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